Die größten Schwierigkeiten liegen da, wo wir sie suchen.

Aller Anfang..

Diese Geschichte ist meine Vergangenheit. Ich habe mir überlegt, was für einen passenden Titel ich ihr geben könnte, aber die einzigen welche mir einfallen, würden abschreckend wirken und eher an einen Psychothriller erinnern. Ich habe gehört, es soll zudem Menschen geben, die nicht ausnahmslos böse sind und sich auch nicht mit solchem Unsinn beschäftigen und so ein Zeug auch noch Lesen, doch in diesem Fall kommen sie auch ohne solch einen Titel an die Erkenntnis des Bösen im Menschen, das meine Vergangenheit unverständlicher Weise sehr passend beschreibt. Am Besten, ich beginne am Anfang, damit ihr Unverständnis sich baldigst klärt. Ich bin an einem unbedeutenden, verregneten Frühlingstag 1997 geboren worden. Meine Mutter erlitt eine Schwangerschaftsvergiftung und deshalb entdeckte ich als erstgeborener Zwilling per Kaiserschnitt das flackernde Licht des Kreissaals. Er hat seinen Namen aus den Zeiten des Alten Roms. Nicht der Arzt sondern der "Kaiserschnitt". Die griechisch-römische Mythologie sagt nämlich dass "Götter" nicht "inter feces et urinam", also nicht zwischen Pipi und Kaka, wie meine kleine Kusine sagen würde, geboren werden dürfen, sondern nur auf sauberem Weg, aus der Hüfte der Frau sozusagen. Das Wort Kaiser wird hergeleitet von dem göttlich verehrten Julius Cäsar, dessen Name von dem lateinischen Wort "caedere"hergeleitet werden kann, was so viel heißt wie schneiden oder fällen. Ich fühle mich nicht wirklich kaiserlich und zwei Kaiser in einer Regierung wären wohl auch nicht geduldet worden. Dass ich mir den Mutterleib mit einer Zwillingsschwester geteilt hatte, war keine Überraschung und das ich die ersten Minuten meines Lebens außerhalb von Bedrängnis seitens meiner Schwester tot war, auch nicht. Nach ein paar Minuten im Kampf gegen Gottes Wille, mich lebendig zu sehen, gewannen die Ärzte die Oberhand und ich frage mich heute noch manchmal quälend, wieso Gott, wer auch immer das sein mag, nachgegeben hat. Aber da ich mir nicht den Rest meines Lebens den Kopf darüber zerbrechen möchte, schweigen meine Gedanken ab nun darüber, denn wie La Rochefoucauld treffend kommentieren würde:"Wenn man seine Ruhe nicht in sich findet, ist es zwecklos sie anderswo zu suchen". Meine Mutter erholte sich wieder. Den Sinn, den Gott darin sieht, will ich gar nicht verstehen, denn erstens gibt es Gott nicht und zweitens gebe ich ihm die Schuld an den Narben, seelisch wie körperlicher Herkunft, die meine Mutter an mir, ihrem Kunstwerk zeichnete, die meinen Charakter noch heute auszeichnen. Ich spule nun ein paar Jahre vor und drücke auf Pause an meinem dritten Geburtstag, der meine erste frühkindliche Erinnerung prägt. Inzwischen sind meine Schwester und ich 4 Mal umgezogen und meine Eltern haben sich scheiden lassen. Laut Aussagen meiner Erzeugerin weil er Drogen konsumierte und uns die Schnuller auf den Mund geklebt hatte, damit wir nicht weinen konnten. später durfte ich erfahren und dieser Quellle vertraue ich mehr, dass meine Mutter dies tat, nicht mein Vater. Die Quelle bin ich, die Erinnerung kam blitzartig in mein Gehirn und überflutete meine Sinneswahrnehmung für einen Moment. Die Erinnerung kam, als ich mit einer Freundin zufällig an einer unserer früheren Wohnungen vorbei lief und in mein altes Kinderzimmer Fenster blickte, indem ich auch meinen dritten Geburtstag feierte. Am Abend des besagten Geburtsages schnitt ich mir an einem Rasierer die Handfläche auf, das war nicht nur im wörtlichen Sinne ein einschneidendes Erlebnis, denn das Blut tropfte auf mein Tshirt, auf die Hose und landete in dicken Tropfen auf dem braunen Teppich im Flur mit dem Knick an der rechten Seite. Meine Mutter stand vor mir und lachte meine Unbeholfenheit aus, doch als sie sah wie das Blut in ihren Teppich einsickerte, brach das Lachen ruckartig ab und ein Schlag traf mich mitten ins Gesicht. Noch heute sehe ich mich auf der anderen Seite des Spiegels im Flur, das Blut mit einem Schwamm und einem Eimer kaltem Wasser aus dem Teppich zu schrubben. Ich breche hier ab, bevor ich wirklich begonnen habe. Eine Fortsetzung sehe ich vor. Ich werde mich bemühen heute Abend eine Fortsetzung zu schreiben. Gern könnt ihr mir eure Gedanken und Fragen in die Kommentare schreiben. Danke

5.10.14 17:12

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